Kirchen

Die Gemeinde Bahretal verfügt über drei Kirchen in den Ortsteilen Ottendorf, Friedrichswalde und Borna, die zur „Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde Ottendorf-Friedrichswalde-Borna“ gehören.

Ottendorf – Die Älteste

Die Kirche in Ottendorf ist romanischen Ursprungs und damit die älteste unserer Gemeinde. Im 14. Jahrhundert wurde sie gotisch erneuert. Besonders sehenswert sind Fresken im Chorraum mit Abbildungen der Apostel und Evangelisten, die um 1500 entstanden sind, aber erst in letzter Zeit wieder entdeckt wurden.

Eng verbunden ist die Geschichte der Kirche mit den Besitzern des Ottendorfer Schlosses. Hans von Lindenau stiftete der Kirche 1591 eine komplette Innenausstattung.

Besonders beeindruckend ist der geschnitzte, dreigeschossige Renaissancealtar von Franz Dittrich dem Älteren sowie das Portrait des Stifters, eine Arbeit von Lucas Cranach dem Jüngeren.

Später wurde die Kirche die Grablege der Familie von Carlowitz. Davon zeugen zahlreiche Epitaphien in Chorraum und Kirchenschiff.


Friedrichswalde – Der spitzeste Kirchturm

Der heutige Kirchenbau geht bis auf das Jahr 1647 zurück. Im 30-jährigen Krieg musste der Ort Friedrichswalde und auch die Kirche schwere Verwüstungen ertragen.

Aus den Trümmern erstand die heutige Kirche. Der Turm und der Westgiebel kamen Ende des 19. Jahrhunderts hinzu, die Innenausstattung wurde dem Zeitgeschmack angepasst und neogotisch erneuert. Zu den Gottesdiensten erklingt eine Orgel der Gebrüder Jehmlich, gebaut 1905.


Borna – Die Kleinste


Die Kirche wurde im 18. Jahrhundert mit schlichtem Äußerem, dafür aber weithin sichtbar auf einem Berg errichtet.

Umso bemerkenswerter ist die Innenausstattung mit dem spätbarocken Ädikula-Kanzelaltar, ein Werk des Dresdner Hofmarmorierers Andrea Salvatora Aglio.

Der Marmor stammt aus den Bornaer Brüchen. Der Altar ist ein Geschenk an die Bornaer – als Gegenleistungen für Marmorlieferungen an den Dresdner Hof.

Die Orgel stammt vom Dresdner Orgelbauer Jahn und wurde 1858 geweiht. 1981 wurde sie vom Nentmannsdorfer Siegfried Creuz restauriert. 1880 erfuhr die Kirche eine weitere Renovierung im Innern.

Ihre drei Bronzeglocken (eine ältere Glocke trug die Jahreszahl 1563) musste die Kirche in den letzten beiden Weltkriegen jeweils zur Waffenproduktion abgeben. Sie wurden durch Stahlgussglocken ersetzt. 1976 konnte mit den Spenden der 100 Gemeindemitglieder ein neues Bronzegeläut in der Apoldaer Glockengießerei in Auftrag gegeben werden. 2003 feierte die Kirche ihr 250. Jubiläum und wurde aus diesem Anlass außen renoviert.